Beiträge von Kai Rüsberg

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    Wie kann man einen Gesprächspartner ins Studio holen, wenn der nicht extra dafür zur Aufnahme anreisen kann? Ich stelle für journalistische Interviews und Aufnahmen von Gästen im Podcast verschiedene Tools und Audio-Dienste kurz vor und sammele dazu einige Nutzermeinungen.

    Übersicht über die Audio-Aufnahme-Dienste:

    Ich habe in meinem Blog Ruhrnalist.de eine Übersicht erstellt, die weiter wachsen soll. Ich freue mich, wenn ihr mitmacht. Die Seite soll in den nächsten Wochen noch wachsen und auskommentiert werden. Die Kosten wurden zuletzt Ende 2022 erhoben und bieten nur einen Ausschnitt aus den jeweiligen Angeboten.

    Übrigens: es gibt auch zahlreiche kostenlose Lösungen. Zum Beispiel kann auch YouTube Live dafür eingesetzt werden. Neben den Bezahldiensten sind unten auch andere auf Ruhrnalist.de bereits vorgestellte Aufnahmelösungen aufgelistet:

    Ich gehe davon aus, dass in Zukunft nur noch 32bit float Rekorder auf den Markt kommen. Diese haben einen riesigen Vorteil: sie können praktisch nicht mehr übersteuert werden.

    Hier der neueste Tascam in einer YouTube Vorstellung:

    TASCAM Portacapture X8 32-bit float HDR Audio Recorder


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    Ich nutze eine Reihe von Plug-Ins, die für die Audiobearbeitung von Sprache gut geeignet sind. Meistens geht es um Rauschen, Hall, Wiederherstellung von Sprache aus Videokonferenzsystemen wie Zoom oder Hintergrundgeräusche entfernen.

    Zur Zeit experimentiere ich mit dem Repair Bundle von Zynaptic, dass es tatsächlich in einigen Fällen schafft, Raumhall zu unterdrücken oder einen Zoom-Talk wieder zu einer natürlichen Stimme zu verhelfen. Ich habe auch zwei Artikel auf meiner Webseite Ruhrnalist.de geschrieben:



    Was nutzt ihr so und womit habt ihr bei der Produktion von Sprache wie Podcasts gute Erfahrungen gemacht?

    Wer mobil Sprachaufnahmen macht oder seinen eigenen Sprecherplatz im Home-Studio akustisch verbessern will, kommt schnell darauf, sich einen Mic-Screen um sein Mikrofon zu bauen oder Noppen-Dämmmatten an die Wände zu hängen. Nachdem ich mich nun intensiv damit beschäftigt habe, ist mein Rat: Diese Kosten für Mic-Screen oder Noppenmatten könnt ihr euch sparen, wenn ihr nur Sprache verbessern wollt.

    Die Vokale bei Männern liegen im Grundton bei 125 Hertz und bei Frauen bei 200 Hz. Konsonanten gehen hinauf bis zu 4 kHz. Um diese Frequenzen zu dämpfen (absorbieren), braucht ihr große Materialstärken (10+ cm) und einen extrem effizienten Dämmstoff, wollt ihr nicht gleich alle Wände auskleiden. Diese Grafik zeigt den Unterschied im Absorptionsgrad, den eine 3-cm Standard-Matte (gelb) zu einer 10 cm High-End-Dämmung (türkis) ausmacht. Akustidämmung Schema Basotect zu HiLo (2).jpg


    Wie habt ihr das Problem mit eurem Sprecherraum gelöst? Schreibt es und postet am besten ein paar Bilder. (Unten über Dateianhänge).


    Wenn ihr mehr von meiner mobilen Lösung #EchoStopBox lesen wollt:


    https://ruhrnalist.de/2021/12/…odcaststudio-echostopbox/


    PS: Das Projekt ist entstanden aus einem selbst-organisierten Podcast-Workshop DLF Freie Anfang 2021.

    Kaum ein Thema ist so ein Dauerbrenner: Was ist der beste Rekorder? Hier könnt ihr Eure Erfahrungen eintragen und das beste Gerät auswählen. Wenn eins fehlt, bitte Nachricht an mich mit Kai Rüsberg , dann füge ich es der Liste zu. Für Mikrofone könnten wir ein eigenes Posting öffnen.

    Es stehen max. 20 Einträge zur Verfügung.

    Die Videokonferenz Zoom ist inzwischen so etwas wie das Standard-Tool für Podcaster geworden. In Zeiten der Pandemie trifft man sich kaum noch persönlich zum Gespräch, sondern lädt seine Gesprächspartner* per Leitung ein. Für die meisten ist Zoom das Tool der Wahl. Auch für viele O-Töne im Fernsehen und Radio wird es genutzt. Es ist bei den Interviewten auf der anderen Seite sehr bekannt, meist schon installiert und am besten eingeübt ist.

    Doch Zoom ist in der Grundeinstellung bei weitem nicht das beste Tool für Audio. Die Bandbreite schwankt, sogar die Geschwindigkeit kann leiern und nicht selten entsteht ein etwas sphärischer Klang. Zudem ist die Frenquenzbandbreite für Sprache nicht gut. Untersuchungen haben ergeben, dass insbesondere Frauenstimmen nicht gut rüberkommen.

    ABER: es gibt eine Lösung. Und diese Lösung liegt in Zoom selbst. Man muss sich allerdings etwas tiefer mit Zoom befassen.


    Wenn ihr wissen wollt, wie man es besser macht, findet ihr hier auf meinem Blog Ruhrnalist.de mehr dazu:

    Zoom-Tricks für besseres Audio

    Schluss mit dem Gequatsche ist ein Zitat von Feature-Autor Tom Schimmeck, der damit im Juni 2020 eine Debatte unter Podcastmachern ausgelöst hat. Eine aufgeregte Debatte. Aber ich finde es gar nicht schlecht, dass überhaupt eine Debatte entsteht. Bei den Audio-Profis. Den Radiomachern. Die halten sich da raus, bislang, so als ob sie die Amateure mal machen lassen wollen, weil es sie ja nichts angeht, was da draußen so gemacht wird. Podcasts - sind das nicht die Sendemitschnitte, die nach der Radiosendung ins Netz gestellt werden?


    Podcasts sind viel mehr. Und wir Profis, ob vom TV oder HF kommend, können dabei mitmachen sie weiter zu entwickeln.
    Lasst uns Quatschen.8)

    Wer zum Beispiel mit dem Smartphone beim Interviewpartner Töne aufnimmt, ist oft überrascht, wenn der Ton von einer Störung überlagert wird. Oft ist das ein Netzbrummen, Pfiepen von elektrischen Bauteilen oder ein Lüfter oder in Büros oft sogar eine Kombination davon. Ist das Störgeräusch regelmäßig, lässt es sich gut filtern. Dafür reichen kostenlose Tools wie Audacity aus.


    So geht ihr vor:

    1) Ihr nehmt eine kurze Stelle ohne Sprache

    2) mit einem grafischen Analysetool (Teil von Audacity) sucht ihr die Peaks der Störung (Hz)

    3) im grafischen Equalizer stellt ihr die gefunden Frequenzen ein und ggfs. die Filterbreite (Q) auf sehr schmal, damit ihr nicht die benachbarten Frequenzen filtert

    4) ihr wendet den Filter auf die gesamte Datei an.


    Hier ein Beispiel aus Wavelab:

    How to eliminate distortion with parametric EQ 123_autoscaled.jpg

    Besenstiel-Angel.JPG



    Ich arbeite seit Jahren mit einer viel einfacheren und billigeren Angel: Einem Teleskop-Besenstiel.

    Vorne wird noch eine Universal Mikrofonklammer befestigt, die zusätzlich mit einem Stück Gummi ummantelt ist und auch kleine Aufnahmegeräte wie den Zoom1 aufnimmt. Dann spart man sich auch noch das Kabel. Alles zusammen wiegt vielleicht 500 Gramm und kostet keine 10 Euro.

    Vermutlich habt ihr den Besenstiel eh zu Hause oder es gibt ihn in größeren Supermärkten oder Baumarkt. Die Klammer kann man zur Not mit 2-Komponentenkleber befestigen.


    Das Ganze kann man locker mit einer Hand bedienen und hat 1,50 Meter effektive Länge + 50 cm Abstand macht 2 Meter.

    Die Besenstiele haben oft eine konische Schraubverbindung. Ich nutze das Monacor MH99 und habe mir aus Gummi einen Überzieher für die Backen mit Schlaufe gebastelt. Den Stiel gab es als Rest für 1 Euro. Gesamtkosten: 6 Euro (plus Vulkanisierlösung fürs Gummi).

    Ich habe in den letzten Jahren sicher 100 Aufnahmen damit gemacht: Noch nie Körperschallprobleme gehabt. Ich klemme inzwischen immer das Aufnahmegerät ein und verzichte auf ein externes Mikro.


    Das Problem ist die Klammer: Sie ist leicht zerbrechlich.

    Habt ihr Euch schon mal gefragt, was kommt bei einer Skype-Aufnahme eigentlich heraus? Hier ein Interview mit einer hellen Frauenstimme. Die hohen Töne enden hier bei 3,5 kHz. Das entspricht einer HD Telefonverbindung. Akustisch ist es durchaus ok, aber die Bandbreite ist da nicht sehr groß.

    pasted-from-clipboard.png




    Besser ist dagegen eine Aufnahme mit myStudiolink. Ebenfalls eine hohe Frauenstimme. Hier gehen die Höhen bis auf 5,4 kHz, also bis in den unteren Hochtonbereich.


    pasted-from-clipboard.png

    .

    Frage: Welches externe Mikrofon für Tascam DR-100?


    Ich habe die internen unidirektionalen Mikros des Tascam DR-100 mit meinem Studio-Mikro mit Großmembran verglichen. Dabei kam heraus, dass die internen Mikros ein sehr ähnliches Klangspektrum haben, aber in den Höhen selbst bei meiner Männerstimme oberhalb von 11 kHz (Pfeile) noch etwas mehr abbilden. Das muss nicht heißen, dass sie auch besser klingen. Aber sie sind technisch nicht schlechter.

    Hier der Vergleich: Weißer Hintergrund= t.Bone Studio Mikro, schwarz: Tascam unidirektional intern (Achtung: Amplituden in log. Darstellung)

    pasted-from-clipboard.png

    Ein Kollege war mit der Aufnahmequalität seiner Stimme nicht zufrieden.

    Er nutzt das Diktiergerät Olympus LS-11 und ein Rode Kondensator-Handmikrofon M3. Tatsächlich war die Stimme in den Höhen und Bässen etwas mau, aber vor allem rauschte es.

    Dann hat er einfach die eingebauten Mikro-Kapseln genutzt und sowohl das Rauschen war weitgehend weg, als auch die Bandbreite deutlich größer. Nun war bei der gleichen Stimme der Bereich von 8 bis 11 kHz deutlich angehoben, wo vorher fast nichts war, als auch der Bereich unter 100 Hz. Somit machten die eingebauten Mikros deutlich bessere Aufnahmen.


    Hier die internen Mikros: pasted-from-clipboard.png

    Hat jemand Erfahrungen mit dem Sennheiser in-ear-Kopfhörer 3D-Ambeo im MuPro-Gebrauch mit dem Smartphone?
    https://de-de.sennheiser.com/i…er-3d-ambeo-smart-headset


    Antwort: ich kenne diese Kopfhörer und habe sie ein paar Mal benutzt. Allerdings für 360° Produktionen. Da geben Sie ein tolles Kunstkopfähnliches Soundambiente gut wieder.


    Für reine Interviewaufnahmen oder Eigenaufnahmen ohne gewünschte Atmo würde ich sie mir nicht anschaffen, da sie nicht richtbar sind und recht weit vom Interviewpartner entfernt sind, somit sich die Töne um einen herum kaum kontrollieren lassen. Dafür sind sie schlicht nicht gemacht.


    Es gibt von Sennheiser auch ein speziallisiertes Smartphone-Mikro mit einem Apogee-Wandler, aber das kostet 500 Euro. Außerdem ist alles von Sennheiser nur für iOs verwendbar.

    Geschäftsleitung des rbb: Leistungen für Freie


    1. Für alle fest vereinbarten bzw. disponierten Dienste, die coronabedingt abgesagt werden, gibt es 100% Ausfallhonorar.

    2. Freie, die nicht oder nur zum Teil über Dienstpläne eingesetzt werden, erhalten mindestens 80 Prozent ihres Durchschnittseinkommens der letzten 12 Monate (1.3.2019 - 29.2.2020), unabhängig von ihrer konkreten Beauftragung. Dafür müssen sie sich dann an bestimmten Tagen für Einsätze bereit halten.

    3. Bestandsgeschützte Freie erhalten jeden Monat Honorar für ein Zwölftel ihrer für das Kalenderjahr garantierten Einsatzangebote - unabhängig davon, ob sie eingesetzt werden oder nicht. Sie geben wie gewohnt ihre Verfügbarkeiten an und halten sich an den disponierten Tagen einsatzbereit.

    4. Kolleg*innen, die krank bzw. in Quarantäne sind oder vom rbb wegen eines besonderen Ansteckungsrisikos nach Hause geschickt werden, erhalten die üblichen Leistungen im Kankheitsfall.

    5. Für freie Mitarbeiter*innen ohne arbeitnehmerähnlichen Status werden Einzelfallprüfungen und ggf. Honorarvorschüsse auf später zu erbringende Leistungen angeboten.

    Die Regelungen im Wortlaut, die vorerst bis Anfang Mai gelten sollen.

    Zitat

    der Kollege antwortete:

    der Nextcloud _Server_ braucht das Talk Plugin. Der Zugriff erfolgt dann über einen WebRTC fähigen Browser oder Android / iOS app.


    Damit beginnen in der Praxis die Schwierigkeiten. 1) Müsste der Interviewpartner Zugang zum App-Store und zusätzlich Internetverbindung haben 2) braucht er dafür die Berechtigung auf Dienstgeräten etwas zu installieren und 3) muss er das erstmal technisch hinbekommen. 4) Muss er sich auf all das einlassen wollen.

    In der Praxis ist das nicht gegeben.

    Vorschlag von einem Kollegen:

    Zitat

    Das gibt es schon und ist relativ einfach zu bekommen. Man braucht einen Nextcloud-Server (z.b. von einem dieser Anbieter mieten https://github.com/nextcloud/providers/blob/master/README.md) oder selber installieren wenn man Webspace hat.

    Dann das "Nextcloud Talk" Plugin installieren. Fertig.

    https://www.btactic.com/how-to…alk-in-nextcloud/?lang=en


    Das Problem ist dann aber, dass der Interviewpartner auch das Plug-In braucht, oder? Und kann er das auch auf dem Smartphone installieren? Bekommt er das technisch hin, das Plug-In zu finden und zu installieren?

    Das ist gut zu wissen. Hast Du das aus ARD-Kreisen oder vom Hersteller?

    Das Problem bliebe aber, dass die MuPro ja Lizenzkosten verursacht und deshalb nur an möglichst wenige heraus gegeben wäre. Meine Idealvorstellung wäre, man schafft ein offenes System, das für alle Zugänglich ist. Das könnte man dann ja auch in der Wissenschaft und Weiterbildung, sowie privat nutzen, ohne dass alle die gleichen App brauchen und es wäre vermutlich "datensammelärmer".